Buchtipp: Clean Code

Wer schon einmal den Code eines anderen überarbeiten musste erkennt schnell den Mehrwert eines sauberen Programmierstils. Nach dem ersten Tag kommt einem bei jedem Code zuerst einmal der Gedanke alles neu zu schreiben. Hat man jedoch mehr Zeit, dann erkennt man häufig Patterns und Vorgehensweisen wieder. Ist der Code jedoch schlecht, so kann man die nächsten Wochenenden abhacken. Leider kommt das allzu häufig vor. Gerade als Neuzugang in einem Projekt steht man vor unglaublichem Druck. Hier möchte man nicht auch noch schlechten Code überarbeiten müssen.

Ein Buch das sich mit der Erstellung sauberen Codes beschäftigt ist Clean Code von Robert C. Martin. Es ist vor allem für Anfänger geeignet, die erst ein paar Jahre programmieren und ihre Fähigkeiten verbessern wollen. Fortgeschrittene Programmierern kann es jedoch auch nicht schaden. Viele, die schon seit Jahren programmieren, haben sich schlechte Angewohnheiten angeeignet, von denen sie jedoch selbst überzeugt sind.
Das haben wir schon immer so gemacht,
ist keine Entschuldigung für schlechten Code.
Ich selbst konnte durch das Buch viel lernen. Gerade das Kapitel über den sauberen Aufbau von Funktionen ist sehr hilfreich, jedoch auch umstritten. Martin beschreibt wie wichtig es ist jede Funktion in ihre elementaren Bausteine aufzuteilen und in weitere Funktionen zu gliedern. Das ganze vermag zwar die Leserlichkeit zu erhöhen, beeinträchtigt jedoch die Performance. Insgesamt wird in dem Buch (leider) überhaupt nicht auf die Performance geachtet, was ich sehr schade finde, da gerade in dem boomenden Embedded-Bereich diese sehr wichtig ist.
Weiterhin finde ich es schade, dass viel zu sehr auf Java eingegangen wird. Das Kapitel über JUnit ist meiner Ansicht nach überflüssig.


Fazit:
Clean Code ist ein sehr gutes Buch, dass jeder einmal lesen sollte. Es hat jedoch auch Schwächen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Der Leser bekommt mit diesem Buch ein gutes Grundgerüst für sauberen Code in die Hand, er darf sich jedoch nicht ausschließlich auf die Tipps in diesem Buch verlassen. Der Leser sollte vielmehr selber mitdenken, da viele gut gemeinte Tipps über das Ziel hinausschießen.
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