Browsergames

Von Browsergames halte ich als "Gamer der alten Schule" generell nicht sehr viel. Bis vor kurzem dachte ich noch, dass das einzige Ziel von Browsergames es sei möglichst viele Freunde zu sammeln und sich anschließend von ihnen beschenken zu lassen. Und der arme Kerl der es nicht fertig bring seine Freunde von den Vorzügen eines Spiels zu überzeugen wird ziemlich schnell den Spaß daran verlieren. Als ich jedoch Die Siedler Online entdeckte wurde ich eines besseren belehrt.

Inspiriert von Zynga's Erfolg entdecken anscheinend immer mehr Spieleschmieden die Vorteile von Browsergames. Die größten Vorteile ergeben sich jedoch für den Spieler selber: Es ist keine Installation notwendig, die Spiele sind von überall erreichbar, die Spiele sind meist kostenlos und ohne High-End-Hardware spielbar.
Das könnte alles so schön sein, ist es jedoch nicht. Zumindest noch nicht. Die meisten Games werden unnötig in die Länge gezogen. So ist es beispielsweise nötig mehrere Wochen vor dem PC zu sitzen um eine halbwegs anständige Farm zu bewirtschaften. Das ganze ist natürlich Absicht um den Spieler möglichst lange und oft mit Werbung konfrontieren zu können. Jeder Spieler kann die Zeit auch beschleunigen, sofern er bereit ist dafür zu zahlen. Um möglichst viel zahlende Kundschaft zu erhalten wird ein weiterer Trick angewandt: Freunde sind in den meisten Onlinegames unabkömmlich. Insgesamt geht die Rechnung auf. Analysten bewerten den Marktwert von Zynga beispielsweise schon höher als von EA ein. Das seltsame an dem Erfolg ist, dass die wenigsten Spiele überhaupt als Spiele bezeichnet werden können. Ein simples herumgeklicke auf Pflanzen ist für mich kein richtiges Spiel.

Auch nicht ganz frei von "Fehlern" jedoch ein Schritt in die richtige Richtung liefert das Spiel Die Siedler Online. Ich war wirklich überrascht als ich es anspielte. Hier kommt es darauf an wie man seine Gebäude platziert, wie man mit den Rohstoffen wirtschaftet und wie man Handel treibt. Alles noch ziemlich simpel. Man kann es jedoch durchaus als ein richtiges Siedler Spiel betrachten. Zudem ist die Grafik wirklich umwerfend für ein Browsergame. Sogar die einzelnen Siedler wuseln durch die Gegend. Mit einem Druck auf F11 wird der Vollbildmodus aktiviert und selbst ein Profigamer könnte es nicht mehr als Browsergame erkennen. Selbst Freunde müssen nicht überzeugt werden dem Spiel beizutreten. Freunde sind zwar hilfreich, jedoch nicht wichtig. Zudem ist es ziemlich leicht neue Freunde zu finden, da das Spiel über einen globalen Chat, wie etwa in WoW, verfügt.
Einen Nachteil hat das Spiel jedoch noch. Auch in Sielder Online wird der Spielverlauf in die länge gezogen. Auch hier dauert es wieder viele Tage bevor man eine blühende Metropole errichtet hat. Wie gesagt finde ich es jedoch schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung den Blue Byte und Ubisoft hier gehen.

Für zukünftige Browsergames würde ich mir wünschen, dass sie genau wie die großen Vorbilder, die normalen Spiele die im Fachhandel stehen, funktionieren. Man könnte auch mit Hilfe von Addons oder Zusatzinhalten Geld machen. In naher Zukunft werden immer anspruchsvollere Browsergames erscheinen. Das liegt vor allem an der immer besser werdenden Browsertechnologie. Selbst 3D-Shooter sind denkbar. Das größte Problem sind noch die langsamen Internetverbindungen. Anspruchsvolle Spiele können mehrere Gigabyte groß sein. Für ein Browsergame ist das noch viel zu viel. Bei den immer schneller werdenden Verbindungen könnte sich das vielleicht bald ändern. Eine andere Lösung für dieses Problem zeigt OnLive auf, eine Spieleplatform welche die Spiele komplett dezentral berechnet und auf den Monitor des Benutzers streamt. Spieleschmieden die an den Verbraucher denken und nicht nur an das schnelle Geld werden bestimmt von solchen Technologien profitieren.
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2 Kommentare:

Mike hat gesagt…

Zynga ist sicherlich der große Name den alle kennen, aber wir haben mit Seal Media und Big Point doch auch zwei große deutsche Anbieter, warum also immer nach draußen zeigen. Ich glaube es ist ein Markt der noch viel Potential bietet, da schlicht und ergreifend nur minimale Anforderungen gestellt werden. Einige der Spiele müssen definitiv noch an Komplexität zulegen, aber eben auch die niedrigen Hürden für Einsteiger mögen ein Vorteil sein.

Flo hat gesagt…

Da kann ich dir nur zustimmen. Gerade bei Big Point wird zudem der Entwicklernachwuchs unterstützt, was ich sehr positiv finde. Browsergames überschwemmen ja geradezu den Markt. Gute Entwickler haben es ohne starke Unterstützung oft schwer.

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