This Looks Gimped

Jeder der mich kennt, weiß dass ich kein Freund von OpenSource Software für den professionellen Einsatz bin. Nicht falsch verstehen. Ich benutze selber auch freie Software wo es nur geht. Für den Einsatz in Unternehmen rate ich jedoch davon ab. Wie richtig ich mit meiner These liege konnte ich mir vor einigen Wochen selber beweisen. Bei dem Versuch ein Flyer mit Gimp zu erstellen wurden meine Nerven ziemlich strapaziert.

Fangen wir aber bei meinen ersten Gehversuchen mit Gimp an. Mit eines der ersten Dinge die ich vorhatte zu Zeichnen war eine Gerade Linie. In Gimp fand ich jedoch das Tool dafür nicht. Ich suchte mich mehrere Minuten dumm und dämlich bis ich aufgegeben habe und Google befragen musste. Was war die Antwort? Es gibt überhaupt kein Werkzeug dafür. Stattdessen wir ein Hotkey benutzt. Hier eine Anleitung die anhand von 8 Bildern erklärt wie man eine simple Linie zeichnet. An diesem Beispiel sieht man aus welchem Grund Marktführer wie Adobe Analysten einstellen, die das Benutzerverhalten analysieren und auswerten. Das Ergebnis ist ein einfacher und innovativer zu bedienendes Programm. OS-Software kann sich das jedoch nicht leisten. Ein Hobbydesigner wie ich es bin kann sich natürlich erlauben mal eben ein paar Minuten nach einem Werkzeug zu suchen. In einem Unternehmen kostet das jedoch richtig viel Geld. Ein kleiner Button mit einer einzigen Linie darauf hätte genügt mir die ganze Arbeit zu ersparen. Ich könnte noch weiter erzählen, das ganze sind jedoch nur Probleme die an dem Unerfahrenen Bediener liegen. Ganz anders sieht es jedoch bei Funktionen aus die dem Programm einfach fehlen.

Längst nicht alle, jedoch sehr viele Druckereien verlangen für ihr Bild den cmyk Farbraum (vgl.Link). Gimp unterstütz diesen Farbraum jedoch nicht. Dieses seit Jahren bekannte Problem wurde selbst in der neuesten Gimp-Version noch immer nicht gelöst. Nach einem Anruf wurde mir zwar versichert, dass auch RGB-Bilder verwendet werden können, diese jedoch nur sehr ungern und ohne Garantie für das farbliche Resultat.
Nachdem ich nun mit meiner Arbeit fertig war wollte ich das Bild nun exportieren. Nach Angaben der Druckerei sollte es das PDF-Format sein. Und was muss ich wiedermal zu meinem Schrecken feststellen? Gimp unterstütz von Haus aus kein PDF.

Insgesamt lässt sich sagen, dass ich mir viel Zeit hätte ersparen können, wenn ich Photosop benutzt hätte. Als Privatperson kann ich mir es jedoch nicht leisten und bin leider gezwungen Gimp zu verwenden. Alternativen gibt es kaum. Für den professionellen Einsatz rate ich jedoch ab. Hier sollte man tunlichst die Finger davon lassen.
Das Bild oben habe ich im Übrigen mit Inkscape gemacht. Ein klasse Tool welches auch das PDF-Format beherrscht. Die Einarbeitung ist jedoch genau so anstrengend und Zeitraubend wie bei Gimp.
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1 Kommentare:

NoBadCode hat gesagt…

Also ich kenne niemanden der behauptet das Gimp genau so viel kann wie Photoshop. Wenn man Gimp als Alternative in Erwägung zieht dann muss man wirklich erst einmal schauen reicht mir das was Gimp bietet. Wenn ja kann man sich ein Haufen Geld sparen oder Lizenzverletzungen und das kostenlose Gimp nutzen.

Und ja auch was die Benutzerfreundlichkeit angeht ist Photoshop weiter hoch gezüchtet als Gimp. Das was du aber in deinem Artikel beschreibst ist einfach eine Lernphase :)
Nachdem man länger Zeit investiert hat läuft das alles locker von der Hand. Ein Unternehmen muss diese Zeit entweder mitbringen oder von Anfang an Leute einstellen die diese Kentnisse mitbringen.

Also man muss zu Gimp einfach fair sein, darauf möchte ich hinaus, es kann nicht mit Photoshop mithalten, aber es bietet eine gute Auswahl an Grundfunktionen von Grafikbearbeitung.

Und es liegt eigentlich auch nicht daran das es OpenSource ist. Habe den anderen Artikel gelesen über die Probleme bei der Weiterentwicklung von Gimp und kann dazu ergänzend sagen es liegt weniger daran das es Open Source ist sondern einfach an fehlenden finanziellen Möglichkeiten.

Ein Open Source Projekt wie Firefox erwirtschaftet Millionen, dadurch das Suchmaschinen für Mozilla bezahlen das diese vorinstalliert sind oder die vor eingefügten Lesezeichen.

Und man sieht ein Open Source Projekt das Geld verdient ist nicht schlechter als z.B. der kommerzielle Internet Explorer. Einst war Firefox ja sogar eindeutig führender.

Im Grunde ist es egal ob Closed oder Open Source. Wer Geld verdient um Entwickler dauerhaft einzustellen wird effektiver entwickeln können als eine Gemeinde von Entwicklern die unbezahlt hin und wieder mal Zeit und Lust zum coden haben.

Gimp hat leider nicht die Möglichkeit Geld zu verdienen wie Mozilla, dadurch kann das Produkt nicht mit seinen kommerziellen Konkurrenten mithalten wo Millionen investiert werden mit einer Truppe die von Mo bis Fr täglich für 8 Std. oder mehr am coden sind.

Das was heraus kommt ist selbstverständlich fortschrittlicher als Gimp, das sind einfach unterschiedliche Rahmenbedienungen.

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