Gimp: Kein Licht am Horizont

Schon Ende letzten Jahres sollte die neue Version von Gimp fertiggestellt sein. Bis Heute ist das jedoch noch nicht der Fall. Die Entwicklung an Gimp schreitet immer langsamer voran. Der ungeduldige Hobbydesigner fragt sich natürlich warum das so lange dauert. Sicherlich gibt es viele Gründe. Der Entwickler Martin Nordholts hat in seinem Blog nun einen Eintrag verfasst, der die Lage klären soll. Ich persönlich stimme mit ihm überein. Meiner Meinung nach Probleme die sich in vielen OS-Projekten zeigen.
Nach Nordholts liegt das erste Problem in der Zeiteinteilung der Entwickler. Nur wenn ein Entwickler Zeit übrig hat kann er sich mit OS-Produkten wie Gimp befassen. Falls dieser Entwickler nun an einem Feature im Hauptzweig arbeitet und nicht fertig wird stoppt das natürlich die gesamte Entwicklung.
Der zweite Grund liegt daran, dass neue Features direkt im Hauptzweig entwickelt werden. Da dort jedoch ständig entwickelt wird kann es eine lange Zeit dauern bis das Feature für die Benutzer verfügbar wird. Da jeder Programmierer natürlich ein Feedback haben möchte und dies nicht erhält springen viele wieder ab.
Der letzte Grund ist einfach die Langeweile der Programmierer. Die Entwicklung macht einfach keinen Spaß mehr wenn man sich auf der Fehlersuche durch tausende Zeilen fremden Codes plagen muss.

Nordholts hat die Punkte sehr gut getroffen wie ich finde. Vielen OS-Projekten geht es ähnlich. Solange das Projekt noch schlank ist macht es Spaß dran zu arbeiten. Man kann schnelle Erfolge verbuchen und damit sein Ego aufpolieren. Während man in Unternehmen Geld bekommt ist es in OS-Projekten das positive Feedback. Doch wenn das Projekt immer größer wird und selbst nach tagelanger Arbeit nur negative Kritiken über Fehler und fehlende Features aus der Community kommen vergeht einem die Lust am Arbeiten. Hinzu kommt das neue Entwickler meistens Ausbleiben. In riesige Mengen verbugtem Code, der dazu noch nicht einmal Einheitlich aufgebaut ist, möchte sich keiner einarbeiten.

Das ganze kann man sehr gut an dem beispiel Firefox nachvollziehen. Zu beginn wurde der Browser gehyped. Er war schnell, schlank und sicher. Firefox brachte sogar einige Innovationen voran. Doch was wurde daraus? Die Entwicklungen sind fast zum stehen gekommen. Keiner interessiert sich mehr für den trägen alten Browser. Während Chrome eine immer schnellere Engine präsentiert und mittlerweile fast Version 10 erreicht hat dümpelt Firefox so langsam auf 4.0 zu. Auch die Sicherheit blieb auf der Strecke. Firefox ist mittlerweile der unsicherste Browser geworden.
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1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein guter Artikel und die Argumente bezüglich der Nachteile bzw. Schwierigkeiten bei Open Source Projekten kann ich nachvollziehen. Vielleicht sollte man das Konzept einführen das man gute Arbeit auch ordentlich bezahlt. Ruhm und Geld würden vielleicht wieder mehr motivieren. Gimp erhält doch nehme ich an recht beachtliche Spendensummen oder nicht? Oder man beschäftigt einen kleinen Kern von fest eingestellten Entwicklern wenn es finanzierbar wäre. Ist es aber wohl nicht?

Es ist vielleicht etwas übertrieben gesagt das sich keiner mehr für den alten trägen Firefox interessiert, aber ja Firefox wird älter und träger.

Es liegt eben in der Natur der Sache das alles ein gewissen Höhepunkt erreicht und sich dann negative Eigenschaften bemerkbar machen. Ein jedes Reich fällt und ein jedes aufgeblähtes Programm früher oder später auch :)

Eine Lösung für diese Problematik ist vielleicht eine noch radikalere Denkweise bezüglich der Modularisierung von Software.
Man sollte die Frage stellen kann man Software nicht noch modularer aufbauen und dem User überlassen inwieweit er sein Programm erweitern möchte?

Übertragen auf den Firefox würde das bedeuten man hätte noch den sicheren, schlanken und schnellen früheren Firefox, wenn man aber meint man will noch mehr Funktionen und nimmt die Folgen (langsamer, unsicherer) in Kauf könnte man weitere Module laden lassen.

Mit der Plugin Philosophie hat man diesen Weg eigentlich begonnen, ich meine aber das man das noch tiefgehender umsetzen kann. Gut wegen der Stabilität sollten nur die Hauptentwickler also Mozilla elementare Modile anbieten während weiterhin jeder Plugins entwickeln kann.

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