Erfahrung und Aussichten für Google+

Zunächst einmal sei gesagt, dass dies hier ein reiner Erfahrungsbericht ist. Ich beschreibe die Dinge so wie ich sie sehe. Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden. Zuerst laber ich ein wenig über meine Erfahrungen mit Google allgemein. Wer das überspringen möchte kann gleich zu dem Punkt mit Google+ springen.



Wie bei vielen Anderen auch, hat bei mir alles mit der Google Suche begonnen. Zuerst benutzte ich alles mögliche für die Suche. Altavista, Fireball und wie sie alles heißen. Warum kann ich nicht genau sagen, aber letztendlich bin ich bei Google hängen geblieben. Auch wenn andere Suchmaschinen auf Anhieb bessere Ergebnisse liefern bleibe ich auch weiterhin bei der Google Suche. Der Grund ist einfach: Mittlerweile bin ich so geübt in der Suchmaschine, dass ich durch geschickte Wortwahl auf mindestens genauso gute Ergebnisse komme wie mit anderen Suchmaschinen. Warum also wechseln?
Weiter ging es dann mit Google Mail. Zuerst war es einer von vielen Maildiensten. Irgendwann wollte ich jedoch alles Zentralisieren. Das hatte ich viele Jahre über Programme wie Outlook geregelt. Doch irgendwie war es nervig bei jeder Formatierung des PCs alle Mails zu retten. Das habe ich meistens sowieso vergessen und alle wichtigen Mails waren verloren. Hinzu kam, dass ich über den Beruf ständig alles synchronisieren musste. Darauf hatte ich keine Lust. Abhilfe schaffte hier Google Mail. Das Interface ist leicht zu bedienen, und zudem steht einem genügend Speicherplatz zu Verfügung. Google Mail ist sozusagen zum Zentrum meiner Mails geworden. Auch mein Blog zog ich um. Von Myblog bin ich zu Blogger gewechselt. Damals standen Blogger und Wordpress für mich zur Auswahl. Nach langem überlegen entschied ich mich für Blogger, da der Dienst super mit anderen Google Diensten verknüpft war.

Vor einigen Tagen war es dann soweit. Ich erhielt eine Einladung zu Google+. Ich freute mich richtig darüber, da ich Facebook schon immer wenig sympatisch fand. Der Efrolg von Google+ ist schon recht komisch. Dienste wie Buzz oder Wave verschwinden kurz nach dem Release in der Bedeutungslosigkeit, und dann kommt ein Facebook-Clon daher, der bisher kaum Funktionalität bietet und bricht alle Rekorde. Mit der Exklusivität ist das kaum zu erklären. Auch Wave war am Anfang nur über eine Einladung zu erreichen. Benutzt hat es jedoch niemand. Es muss wohl an etwas anderem liegen. Ich selber sehe hierfür die Circles verantwortlich. Es ist so möglich viel freier zu Kommunizieren. Informationen erhalten wirklich nur die Personen, die das auch lesen sollten. Auf den ersten Blick schaft man diese Funktionalität auch mit Facebook. Es ist nur ein wenig umständlicher.
Der entscheidende Vorteil ist jedoch, dass man Statusmeldungen auch komplett an die Öffentlichkeit freigeben kann. Das hat zwei Vorteile. Zum einen findet man so schnell Freunde, die die gleichen Interessen teilen, zum anderen beschränken sich die Nachrichten nicht nur auf nervige Posts in  denen berichtet wird was es zum Abendessen gab. Ganz im Gegenteil: In Google+ werden haufenweise interessante und umfangreiche Diskussionen geführt, die so in Facebook nie denkbar wären. Die ganze Welt kann dabei Teilnehmen. Es ist wie ein Blog der perfekt in ein soziales Netzwerk integriert wurde. Es ist auch nicht mehr nötig lange darüber nachzudenken jemanden in die Kontaktliste aufzunehmen, und ihm damit private Informationen preiszugeben, nur weil einem seine Posts gefallen. Es wird schnell ein Circle namens "Strange people from the Internet" geschaffen und der Kontakt dort aufgenommen.
Anders als ich es mir noch vor wenigen Tagen gedacht habe, denke ich jedoch nicht, dass Buzz nun beliebter werden wird. Der Dienst ist zwar wunderbar in Google+ integriert, jedoch überflüssig geworden. Warum Buzzen wenn ich die Infos auch über eine Statusnachricht teilen kann? Auf den Buzz schaut doch sowieso keiner. Die Statusnachricht bekommen die Leute direkt vor die Nase geknallt.
Die Zukunft für Blogs könnte genauso ablaufen. Zwar denke ich nicht, dass Blogs komplett verschwinden werden, sie werden sich jedoch reduzieren. Sascha Lobo, ein bekannter deutscher Bloger, spricht das Problem ebenfalls an.

Wie sieht nun die Zukunft aus? Könnte es gerade nur ein Hype sein, der bald wieder vergangen ist? Ich denke nicht. Google hat erkannt, dass sie die Chance diesmal nutzen müssen. Die Entwickler abreiten mit Hochdruck daran Google+ zu verbessern. Die erwartete API wird wohl bald fertig sein und auch junge Startups werden fleißig aufgekauft. Sobald es soweit ist wird jedes größere Unternehmen innerhalb kürzester Zeit vertreten sein. Selbst Spieleentwickler stehen schon in den Startlöchern.
Nur eines fehlt noch: Frauen. Ich habe keine Ahnung woran das liegt, aber bei Google+ sind auffällig wenig weibliche Benutzer vertreten. Das ganze wird mittlerweile schon parodiert. Ein Grund könnte sein, dass gerade Technikfreaks sich schnell für eine neue Technologie begeistern können. Technikfreks sind nunmal zum Großteil Männlich.
Bookmark and Share

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen