Erfahrungsbericht: Ridge Racer Unbounded

Bild: Ridge Racer Unbounded
Wenn ich mir meine Liste mit ehemals erfolgreichen Spieltiteln die noch nicht restlos verheizt wurden anschaue, dann steht Ridge Racer auf einem der oberen Plätze. Das haben sich wohl auch die Jungs von Namco gedacht und versuchen nun mit Ridge Racer Undbounded einen neuen Hit zu landen. Oder vielmehr einen alten wiederzubeleben. Jeder der mit Schrecken auf das Ergebnis wartete kann dieses nun bestaunen.
Alte Knacker erinnern sich vielleicht noch an der ersten Teil. Er war deswegen etwas besonderes, weil es der erste Titel der Playstation war. Die Nummer 1 auf der Spielehülle war schon ziemlich cool. Die Merkmale des Titels waren einfach: Sonne, Strand und Meer, hübsche Boxenmädels und ein super motivierter Kommentator sorgten für Fahrspaß. All das ist Unbounded leider nicht. Um ehrlich zu sein ist es genau das Gegenteil: Nachtfahrten, verdreckte Städte und eine düstere Stimmung. Ganz toll Namco! Hier wurde wohl um jeden Preis versucht endlich mal ein erfolgreiches Zerstörungsrennen auf den Markt zu bringen. Blur und Split Second waren wohl noch nicht genügend Drecksspiele.
Zur Grafik kann man wirklich nichts sagen. Die Fahrzeuge sehen super aus und erinnern stark an Modelle im richtigen Leben. Zwar fehlen original Lizenzen, den Nicht-Auto-Freak dürfte das jedoch kaum stören. Auch der Rest des Spieles kann mit vielen grafischen Details überzeugen. Der allseits beliebte Unschärfe-Filter fehlt natürlich auch in Ridge Racer Unbounded nicht.
Auch die Schönste Grafik kann jedoch nicht von der schlechten Physik und dem genauso schlechten Gameplay hinwegtäuschen. Auf dem Weg an die Pole ist es notwendig "Power" zu sammeln. Ist diese erst einmal aufgeladen kann man einen kurzen Schub aktivieren mit dem man durch Gebäude fahren kann oder andere Gegner crasht. Diese Power lädt sich durch Aktionen wie Driften oder Zerstören auf. Das Driften gehört also zu einem der wichtigsten Elemente im Spiel. Leider funktioniert es überhaupt nicht. Sobald man anfängt zu driften rutscht das Auto in die nächste Bande. Nur mit ständiger Vorsicht ist es möglich nicht in jeder Kurve an die Bande zu knallen. Sehr amüsant fand ich, dass genau dieses im Trailer zum Spiel dem Fahrer ständig passiert. Einfach mal den Trailer reinziehen. Die Anderen Mitfahrer scheinen damit jedoch keine Probleme zu haben. Der Computer bekommt das ohne Probleme hin. Diesen Umstand kann man sogar ausnutzen. Jedesmal wenn man einen Gegner gecrasht hat, schaltet die Kamera auf das Unfallfahrzeug. In dieser Zeit steuert der Computer das eigene Auto. Wird also kurz vor einer engen Kurve ein Gegner zu Fall gebracht. kann man den eigenen Wagen vom Computer um die Ecke lenken lassen.
Richtig schlimm wird die Physik wenn es an die Sprünge geht. Hier kann es passieren, dass der Wagen plötzlich einen Drall in irgendeine Richtung erhält und sich überschlägt. Die Physik packt das Überschlagen irgendwie nicht ganz und es kommen manchmal wirklich seltsame Fast-Drehungen zu Stande. Lustig ist das jedoch nicht, da dieses fast immer mit einem Crash endet. Gerade im Modus Zeit-Angriff ist dies fast ständig der Fall. Hier wurde versucht einen Hindernislauf ala Trackmania hinzubekommen. Das Ergebnis ist jedoch mehr als peinlich. Mit der vorhandenen Fahrphysik sind diese Level fast unspielbar.
Kommen wir zur Story: Tja, wie soll ich es sagen? Es gibt keine. Anfangs dachte ich schon ich hätte den falschen Spiel-Modus ausgewählt, aber nein. Der Modus war richtig. Nur Zwischensequenzen gibt es keine. Es geht aber letztendlich darum, dass der Spieler den Unbounded beigetreten ist und sich nun unter ihnen behaupten muss. Alles was der Spieler dabei an Story zu bieten bekommt ist ein kurzer Text unter dem Ladescreen der ihm sagt wie badass die Unbounded diesmal wieder drauf sind. Die Unbounded wirken wie eine Truppe Vollidioten, da sie überhaupt kein Ziel haben. Die fahren einfach so durch die Stadt und machen sich gegenseitig die Autos kaputt. Und wenn sie sich nicht gegenseitig die Autos zerstören machen sie das mit der Stadt und finden das auch noch voll cool. Ich bin ja einiges gewohnt, aber das währe selbst den anspruchslosen Fans von The Fast and the Furious zu billig.
Der Sound gefällt mir eher weniger. Mit Musikern wie Skrillex kann zwar gepunktet werden, die Musikrichtung variiert jedoch überhaupt nicht. Wer also nicht auf diese Art von Musik steht kann schnell eine Krise bekommen.
Ach ja. Man merkt sofort, dass alle Level aus vorgefertigten Bauklötzen zusammengebastelt wurden. Das ist sogar so gewollt. Im Laufe des Spiels erhält man diese Bausteine nämlich und kann damit seine eigene Stadt aufbauen. Wir dürfen uns als schon einmal auf viele Bauklötzchen-DLCs freuen.

Fazit: Wer Matchbox-Autos besitzt spielt lieber mit denen als seine Zeit mit diesem Spiel zu vergeuden. Der Titel wurde definitiv in den Sand gefahren.

P.S. Ich habe eine Cheat/Bug entdeckt mit dem es möglich ist das gesamte Rennen in Zeitlupe zu absolvieren. Dazu einfach mit Boost frontal gegen eine Wand fahren. Kurz vor dem Aufprall das Rennen neustarten. Anschließend sollte man sehen wie das Auto crasht. Wenn nun das Rennen von vorne losgeht bleibt die Zeitlupe erhalten. Hört diese wegen eines weiteren Crashes wieder auf einfach kurz das Spiel pausieren und es kann weiter gehen.
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