Piratenpartei: Jetzt wird aus allen Rohren zurückgefeuert

Während man sich anfangs über die Nerds mit dem unpassendem Namen noch lustig machte werden die Piraten für manche so langsam zu einem Problem. Nicht nur Politiker, sondern vor allem auch die Contentindustrie sehen der jüngsten Entwicklung mit Angstschweiß gegenüber. Die Piraten gewinnen immer mehr an Fahrt.
Da ich mich selbst zur Netzgemeinde zähle finde ich die Piraten durchaus sympatisch. Da sie kein Programm haben gibt es zudem Nichts das einem einen Gründ geben würde sie nicht zu mögen. Unter dem Motto "Mein Kopf gehört Mir" macht das Handelsblatt nun mobil gegen die Piraten.

Mit zahlreichen Statements von Prominenten wird versucht das Programm der Partei zu zerlegen. Auf Gulli hieß die Überschrift hierzu "100 Prominente sprechen sich gegen Programm der Piratenpartei aus". Der Benutzer Parkgott verweist hier treffender Weise auf eine etwas ältere Aktion mit dem Namen "100 Autoren gegen Einstein". Genauso Erfolgreich wie die Thesen von Einstein wiederlegt werden konnten, können die Promis gegen die Piraten argumentieren. Mehr als ein paar Schimpfworte wie gemein und schädlich Diebstahl ist sind nicht dabei. Die Piraten stünden dem Fortschritt mit ihren Thesen im Weg. Das Lustigste dabei ist die Tatsache, dass die Piraten das Urheberrecht auch gar nicht abschaffen wollen. Vielmehr möchten sie es reformieren. Gerade im Bezug auf die neuen Medien ist das mehr als nötig. Ich selbst habe mich für eine Ausarbeitung intensiv mit dem Thema Urheberrecht befassen müssen. Letztendlich gibt es genauso viele Argumente dafür wie dagegen.
Eine Überarbeitung des Urheberrechtes würde dem Fortschritt bestimmt nicht im Wege stehen. Ich habe mir einmal zwei Beispiele überlegt die verdeutlichen was ich als Fortschritt empfinde.

  • Der Trend in der Software-Entwicklung geht immer weiter in Richtung Webbasierter Dieste. Von Zeichenprogrammen über Musikplayer bis hin zu Textverarbeitungen ist alles vertreten. Diese Dienste benötigen überhaupt kein Urheberrechtsschutz mehr. Es ist überhaupt nicht möglich sie sich privat zu kopieren. Ich könnte wetten, dass in ein paar Jahren sich diese Lösungen als Standard durchsetzen werden. Das tolle daran ist, dass sie in den meisten Fällen auch noch kostenlos sind und sich durch Werbung finanzieren. Klaro, in installierten Programmen möchte niemand Werbung sehen. In Web-Anwendungen haben wir uns jedoch schon daran gewöhnt.
  • Ein zweites wichtiges Phänomen der Neuzeit ist Youtube. Es gibt andere Videoportale, aber Youtube dürfte jedem ein Begriff sein. Für die großen Youtube-Stars ist es zu einer Ganztagsbeschäftigung geworden solche Videos zu erstellen. Sie verdienen dabei sogar noch einen ganzen Batzen Geld. Das wird in den nächsten Jahren definitiv noch mehr werden. Video-On-Demand wird die klassischen Fernsehsendungen ablösen. Statt sich der Realität zu verweigern könnte Sven Regeners doch auch einmal diesen Weg probieren um an Geld zu kommen. Nicht nur dem Fensehen, auch dem Radio geht es immer schlechter. Ganz besonder dämlich stellt sich hier die Gema an. Grooveshark-Deutschland musste nun die Pforten schließen. Dem Radio wird das jedoch bestimmt nicht zu neuem Schwung verhelfen.
Das waren nur zwei kleine Beispiele. Doch ich bin mir sicher, dass Künstler neue Wege finden werden ihre Leistung honoriert zu bekommen. Ich selbst bin ja nicht gegen die generelle Abschaffung des Urheberrechtes, doch eine Veränderung ist so langsam nötig. Wir zahlen GEZ damit wir Radio hören können. Von den Gebühren wiederum werden die Radiosender bezahlt. Diese bezahlen wiederum die Gema. Können wir die GEZ-Gebühren nicht zu Gema-Gebühren wandeln? Anders als die Radiosender benötigt Youtube kein zusätzliches Geld der Steuerzahler. Alle einnahmen könnten direkt an die Künstler wandern. Für den Verbraucher hätte das keine Auswirkungen. Er zahl wie immer seine paar Euro im Monat, die er sowieso für den Besitz seines Computers aufbringen muss.
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