Mit "Touch" in die Zukunft - Wo die Linux-Welt die Augen verschließt

Touch-Displays sind angesagt und überall zu finden. Kein Monitor darf diese Option mehr missen. Weg von der Tastatur, hin zum Fingerzeig. Dieser Trend setzte sich bei Handys durch und wird dies wohl auch bei Laptops schaffen. Was in Hollywood schon gang und gebe ist bedeutet für viele Softwarentwickler jedoch eine enorme Umstellung. Der klassische Mausklick kann nicht einfach so abgefragt werden. Wurde zuerst gewischt und dann der Finger gehoben? Wurde eine Geste mit zwei Fingern ausgeführt? Wie schnell war die Bewegung? Das alles ist nicht so einfach zu handhaben. Gut wäre es, wenn einem die Umgebung dabei unterstützen würde.

Während es in Linux-Distributionen noch nicht einmal gescheit möglich ist die Maus zu benutzen hat sich Microsoft der Herausforderung zumindest angenommen. Auch die Hersteller auf der IFA tolerieren diese Bemühungen und bieten haufenweise Hardware mit dem neuen Windows 8 an. Auch wenn es häufig beschimpft wird ist genau das der Grund warum Windows 8 auf dem Tablet-Markt erfolgreich werden wird.  Android und iOs sind zwar ganz toll für Smartphones, doch für Tablets möchte man doch eher ein richtiges Betriebssystem. Keine Apps sondern Applications. Richtige Software, die auch produktiv eingesetzt werden kann. In der Hinsicht schläft sowohl Apple als auch die Linux-Welt. Ich fand es schon unglaublich, dass das iPad mit iOs verkauft wird. Und Linux? Tja, dort gibt es leider nur armselige Versuche. Andoid hat zwar einen Linux-Kern, mit den gemein bekannten Linux-Distributionen jedoch nicht viel gemeinsam. Selbst die Bibliotheken wurden extra neu geschrieben um sich möglichst weit von den Open-Source-Lizensen verabschieden zu können. Kein Wunder also, dass der normale Anwender keine Verbindung zwischen Linux und Android herstellen kann.
KDE und Gnome behaupten zwar Tablet-Ready zu sein, sind sie jedoch bei weitem nicht. Wie oben bereits erwähnt, sind diese noch nicht einmal mit der Maus zu bedienen. Da können Fanboys sagen was sie wollen. Ich arbeite jeden Tag produktiv an einem Linux-System mit Gnome-Oberfläche und klicke schon automatisch nach dem einloggen auf das Terminal-Symbol. Anders als mit der Konsole ist Linux nun einmal nicht zu bedienen. Da in Linux noch nicht einmal die Maus richtig unterstützt wird wie soll dann erst der Touchscreen funktionieren?
Letztendlich müssten die Entwickler der ganzen Linux-Programme sich dransetzen und endlich einmal Oberflächen für Ihre Programme schreiben. Doch wer macht das? Wenn das Programm wunderbar funktioniert, nur halt über die Konsole, warum sollte man den dann Zeit verschwenden?

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