Erfahrungsbericht: Far Cry 3

Bild: Far Cry 3 Screenshot
Schon nach der ersten Zwischensequenz war ich positiv überrascht. Warum? Weil der Held endlich kein stummer Vollhonk mehr ist, sondern reden kann. Da könnten sich Spiele wie Skyrim ruhig mal ne Scheibe von abschneiden. Auch sonst merkt man, dass viel Wert auf die Handlung des Spiel gelegt wurde. Die Charaktere sind alle glaubhaft und lassen die Geschichte richtig spannend werden. Momente, in denen man wie wild auf den Tasten herumdrückt sobald eine Zwischensequenz startet, nur damit diese endlich abbricht, gab es für mich keine. Das einzige Manko ist der häufige Nahtod des Protagonisten. Er wird ein wenig zu oft für Tod erklärt. Entscheidungsfreiheit gibt es, anders als es vielleicht im Trailer dargestellt wird, keine. Die komplette Story ist linear aufgebaut. Dem Spielspaß tut das jedoch keinen Abbruch. Die durchgeknallten Protagonisten sind sowieso der Mittelpunkt des Spiels. Jeder auf der Insel hat irgendwie einen Knall. Ganz vorne mit dabei natürlich Vaas, der mit seinem auffällig hyperaktivem Verhalten der eigentliche Hauptdarsteller des Spiels ist.

Die Grafik, die in den Vorgängern Maßstäbe setzte, ist auch dieses Mal eine Augenweide. Es macht richtig Spaß die verträumten Lagunen und düsteren Junglewälder zu durchstreifen. Wirklich Atemberaubende neue Standards werden jedoch nicht gesetzt.
Wie von der Serie gewohnt ist die Insel, die unser Held durchqueren muss, riesengroß. Um jeden Fleck zu entdecken könnte man Tage durch die Gegend streifen. Zum Glück ist das nicht nötig. Wie in Assassins Creed müssen Aussichtstürme bestiegen werden um die Schätze eines Kartenabschnitts zu offenbaren. Leider können diese alten und verrosteten Aussichtstürme nicht einfach per Leiter erklommen werden. Unser Held muss ebenso wie Enzio nach oben klettern. Das ganze funktioniert allerdings nicht so flüssig wie man es sich vorstellen mag. Die Kletterpassagen entpuppen sich als eine nervige und verbuggte Angelegenheit. Gerade mit einem Gamepad ist es unglaublich nervtötend sich ständig herumdrehen zu müssen um den nächsten Vorsprung zu finden. In den Missionen muss immerhin nur an wenigen Stellen geklettert werden, was noch auszuhalten ist.
Insgesamt halten sich auf der Insel nicht nur Menschen, sondern auch allerhand Getier auf. Um den Weg des Kriegers zu bestreiten ist es wichtig diese zu fangen und zu verarbeiten. Dadurch verbessert man nach und nach seine Ausrüstung und kann beispielsweise mehr Medipacks oder Waffen tragen. Auch Sidequests gibt es wieder jede Menge. Stunden voller Vielspaß sind also garantiert.
Wie in jedem FPS spielt auch in Far Cry 3 die KI der Gegner eine wichtige Rolle. Da es sich bei dem Spiel zu Hälfte um ein Schleichspiel handelt hat man auch hier das Problem, dass die Gegner oft wie Idioten wirken. So schlimm wie in manch anderen Spielen ist es jedoch zum Glück nicht. Töten man beispielsweise einen Kameraden so wird gleich einmal Alarm ausgelöst und andere Wachposten werden gerufen. Auch sehr interessant ist zu beobachten was passiert, wenn man aus sicherer Entfernung ein paar Sinper-Schüsse abgibt. Können einen die Gegner nicht entdecken, so verstecken sie sich hinter Wänden und Kisten entgegen der Richtung aus der sie die Schüsse glauben wahr zu nehmen. Hilft das immer noch nichts, so fangen Sie an Brandgranaten ins Gebüsch zu werfen in der Hoffnung einen Ausräuchern zu können.
Insgesamt ist Far Cry 3 ein solides Game und kann durchaus als das beste seines Genres betrachtet werden. Ein absolutes "must buy" ist es jedoch nicht. Ach ja, und es gibt Titten zu sehen.

Bewertung: 8/10

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