IMHO: Der App-Wahnsinn

Apps sind eine tolle Sache; Sie helfen dabei eine Präsentation während der Busfahrt noch einmal durchzugehen, sie finden die nächste Haltestelle und zeigen gleichzeitig die Abfahrtszeiten der Busse oder sie dienen zur Orientierung in der Innenstadt. Spiele sollte man natürlich auch nicht vergessen. Apps haben jedoch auch eine Schattenseite. Wie ein Virus breiten sich tausende unnötige Programme in den Stores aus. Die meisten total unnötig und nur zur hälfte fertig programmiert, werden sie trotzdem von neugierigen Handybenutzern massenweise auf ihr mobiles Gerät gezogen. Selbst der Schutz der Privatsphäre oder Computerviren können vor der Downloadwut nicht halt machen.

Das seltsame an diesem Phänomen ist die Tatsache, dass die Apps sowieso nie gebraucht werden. Die wenigsten Apps werden nach dem Download jemals verwendet. Sie werden nur für den Notfall geladen. Wer weiß auch schon wann es einmal nützlich sein könnte die ISBN-Nummer eines Buches zu scannen? Einen wirklichen Nutzen bringt das niemandem.
Die meisten Apps sind auch wenn sie einen wirklichen Nutzen aufweisen meist sinnlos. Beispielsweise sind das Apps von Onlinezeitungen. Wer braucht bitteschön eine App, wenn der selbe Inhalt über eine, für Mobile Geräte optimierte, Webseite abgerufen werden kann? Nur um sich den einen Klick zu sparen? Ein Hotlink auf den Handydesktop ersetzt die meisten Apps und ist zudem um einiges sicherer. Anscheinend ist jedoch die Icon-Vielfalt auf dem Desktop zu einer Art Statussymbol geworden. Jeder soll sofort sehen können wie Multifunktional mein Smartphone ist wenn ich dieses für jedem sichtbar auf den Tisch lege.
Die Medien sind mit auf den App-Train in die Verblödung aufgesprungen. Viele Sender haben in ihr Programm ganze Sendungen über Apps aufgenommen. In dem so genannten App-Check werden für die verschiedensten Anlässe Apps auf den "Prüfstand" gestellt. So erfährt der interessierte Zuschauer, von zwei technisch unqualifizierten Testerinnen, beispielsweise wie nützlich eine "Toilettenfinder"-App im Alltag ist. Aber auch alle Shopping-Apps sind hoch im Trend. Dass sich kein Mensch die Mühe machen würde in zehn verschiedene Geschäfte zu gehen ist dabei nebensächlich. Solange die App den niedrigsten Preis findet ist sie unentbehrlich für das Konsumopfer von Welt.

http://xkcd.com/1174/


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