Lass uns ein Actiongame daraus machen! - Wie Spieleserien zerstört werden

Resident Evil 6
Aus einem mir nicht verständlichen Grund entwickeln sich alle großen Spieleserien zu reinen Actionspielen. Es ist richtig schwer geworden in den Regalen der Händler Titel zu finden bei denen es nicht darum geht wie wild auf irgendwelchen Knöpfen herumzudrücken, Mit der Maus zu zucken oder Quick-Time-Events zu absolvieren bei denen der gesamte Bildschirm zu einer großen Explosion verschmelzt. Eigentlich kann das dem Gamer ja egal sein, dass solche Spiele den Markt erobern. Actionspiele sind nun einmal im Trend. In den 80er Jahren der Filmindustrie war das nicht anders. Wirklich ärgerlich wird es jedoch, wenn bekannte Spieleserien dadurch zerstört werden.

Niemand würde auf die Idee kommen die Serie "How I Met Your Mother" nach Afghanistan zu verlegen und den Darstellern Sturmgewehre in die Hand zu drücken. Das passt einfach nicht zusammen. Bei Spielen ist es genauso. Dennoch passiert das gerade jedem Titel der mir früher gefallen hat.
Final Fantasy 13-2: Eine Taste drücken und der Kampf ist gewonnen
Resident Evil wird von einem Survival-Horror zu einem Actionshooter, Final Fantasy wird vom taktischen Rundenkampf zu einem Spiel bei dem der Endgegner mit der Hilfe einer einzigen Taste besiegt werden kann, der Rundenstrategie-Hit Jagged Alliance wird zu einem Point&Click-Geballer und X-COM bleibt zwar rundenbasiert, verliert jedoch jegliche taktische Tiefe.
Ich möchte nicht behaupten, dass die Titel schlecht seien, sie entsprechen nur nicht mehr ihrem Vorbild und dem wofür sie von Generationen geliebt wurden. Das beste Beispiel ist das neue Metal Gear. Ein Spiel das dafür berühmt wurde eine super Story mit Stealth-Elementen zu verbinden. Der neue Teil hat rein gar nichts mehr damit zu tun. Revengeance ist ein reiner Hack-n-Slay-Titel.
Tenchu: Schleichen und Schwertkampf
Die Frage die sich hierbei stellt ist der Grund. Warum wird den Serien das angetan? Natürlich könnte man simpel sagen, dass der Name dazu benutzt wird schnelles Geld zu machen. Das mag zwar ein Grund sein, ich denke jedoch vielmehr fällt es den Entwicklern schwer neue Ideen in ihre Serie einzubauen. Ein Spiel, welches sich genauso spielt wie der Vorgänger, erlischt irgendwann in der Bedeutungslosigkeit. Es müssen einfach Innovationen gemacht werden. Anscheinend ist das einzige was den Entwicklern dabei einfällt das Spiel actionlastiger zu machen. Bei Metal Gear beispielsweise ist die große Innovation das zerstückeln von Gegnern und Umgebung. Um das richtig auszukosten bleibt den Entwicklern kaum eine andere Möglichkeit als das Spiel auf knallharte Action zu trimmen. Leider fällt dabei jedes andere Attribut der Serie ins Wasser. Da kann ich genauso gut ein Slice-Titel auf meinem Handy spielen. Hier hätte man sich doch durchaus an Titeln wie Tenchu, welche es wunderbar verstanden Stealth- und Hack'n'Slay-Elemente zu verbinden, orientieren können. Aber nein, man macht einen reinen Action-Titel daraus.
Die Frage, was den nun gemacht werden könnte um eine Serie am leben zu halten lässt sich sehr leicht beantworten. Dazu muss man nur einmal einem Blick auf die reinen Actiongames werfen. Diese Spiele können nicht aufpoliert werden indem man den Actiongrad erhöht. Diese Spiele haben in letzter Zeit eine ganz andere Entwicklung miterlebt. Gameplay, Story und Grafik wurden schrittweise verbessert. In manchen Ego-Shootern ist die Story mittlerweile spannender als das Spielen selbst. Ich frage mich warum das bei anderen Genres nicht auch passiert? Ein Jagged Alliance mit einer guten Story währe doch mal was. Dann aber auch bitte wieder rundenbasiert.

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