Erfahrungsbericht: Tomb Raider

Bild: Tomb Raider
Während der erste Teil der Serie neue Maßstäbe in Grafik und Gameplay setze, wahren die unzähligen Nachfolger zwar gute Titel, hatten aber nie wirkliche Innovationen mit an Bord. Die Ausnahme stellte hier Angel of Darkness dar, welches allerdings ziemlich schlechte Kritik einstecken musste. Ich selbst bin seit dem ersten Teil der Serie ein überzeugter Fan von Lara und ihren Abenteuern. Gerade die letzen Teile haben mir trotz des neuen Entwicklerteams sogar sehr gefallen. Leider muss ich zugeben, dass die Serie einen neuen Anstrich gebrauchen kann. Das neue Tomb Raider, welches sich schlicht unter diesem Namen verkauft, soll das angegraute Image nun aufpolieren.
Der neue Teil dreht sich ganz um das "erwachsen werden" der Heldin. Lara muss dabei gleich zu Beginn erfahren was es heißt auf sich allein gestellt zu sein. Bei einem Schiffsunglück schafft sie es gerade noch von Board zu kommen und sich auf eine Insel zu retten. Schon bald merkt sie jedoch, dass das Glück nicht von großer Dauer ist und sich merkwürdige Ereignisse auf der Insel abspielen. Die Heldin wird im Verlauf der Story von einer selbst anzweifelnden Archäologin zu der Lara wie wir sie alle kennen und lieben gelernt haben. Sie hat dabei nicht nur mit psychischen Problemen, wie der Einsamkeit, sondern auch mit körperlichen Problemen, wie offenen Wunden und Hunger, zu kämpfen. Ich habe nur selten erlebt, wie dieser Überlebenskampf glaubhaft in einem Spiel verdeutlicht wurde. Entgegen mancher Kritik anderer Artikel kommt das ganze meiner Meinung nach sehr glaubhaft rüber. Etwas weniger Mord und Totschlag hätten jedoch nicht geschadet.
Eine Entwicklung hat nämlich auch bei Tomb Raider nicht halt gemacht; Das Spiel wurde fast komplett auf ein Aktiontitel umgeschustert. Wie ich es in meinem vorherigen Blogpost schon kritisierte ist das zur Zeit ein Trend der vor keiner Serie halt macht. Fans der Serie könnten deshalb etwas enttäuscht sein. Zwar kann sich Lara durchaus leise an Gegner heranschleichen, nur zu oft gibt es allerdings Situationen in denen sie mit duzenden Gegnern auf einmal zu tun bekommt. Das ist nun gar nicht mehr, dass was sich Fans unter der Serie vorstellen. Während in alten Titeln riesige menschenleere Katakomben und Tempel untersucht werden mussten, in die sich hin und wieder einmal ein Tier verirrt hat, hat der Spieler es nun mit Gegnermassen zu tun, die in rätselarmen Gebäuden auf ihr Opfer warten. Verlassene Tempel gibt es kaum noch zu erforschen. Falls doch, dann nur in einer Nebenmission, die im schnitt 10 Minuten dauern. Insgesamt ist mir das jedoch garnicht so unpassend vorgekommen, da Japaner, welche die Insel früher bewohnt hatten, auch nicht unbedingt dafür berühmt wahren Fallen in Untergrundtempeln zu errichten.
Eingefleischte Fans, die ein klassisches Tomb Raider suchen, in dem man stundenlang durch antike Tempel hüpft und dabei verzwickte Rätsel löst muss ich leider enttäuschen. Der neue Titel hat nichts davon. Jeder, der auf ein Actionadventure mit packender Story und gutem Gameplay hofft kann jedoch ohne Zweifel zugreifen. Tomb Raider ist ein durchwegs unterhaltsames Spiel, dass mir viele unterhaltsame Stunden beschert hat.

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